Kompetenzen & Kompetenzraster
Was sind Kompetenzen?
Der Kompetenzbegriff hat sich durch die Diskussion um die Bildungsstandards in den Kultusministerkonferenzen in den Jahren 2000/ 2001 herausgearbeitet. Man kann dieses als Nachwirkung auf die PISA- Studie bezeichnen, in der Deutschland schlecht abgeschnitten hat. In dieser Studie wurde erstmal nicht das abrufbare Wissen abgefragt, sondern Kompetenzen wie Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz.
Der neue Kompetenzbegriff hat sich gegen die alte Lernzieldefinition durchgesetzt.
Die Kompetenz zeichnet sich dadurch aus, dass sie das erlernte Wissen mit dem Können kombiniert. Wissen muss in Können münden. Der Lernende muss also sein Wissen in seinen Erfahrungen eingebunden haben und in der Lage sein, es situationsgerecht anzuwenden, um damit Probleme lösen zu können.
Zentral ist hier die Lesekompetenz, denn diese ist die Basis für den Erwerb zusätzlicher weiterer Kompetenzen, denn in vielen Fachbereichen müssen Kenntnisse z.B. in Fachbüchern "erlesen" werden. So kann man die Lesekompetenz wahrhaftig als eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen bezeichnen.
Was sind Kompetenzraster?
„Kompetenzraster sind tabellarische Einschätzungsraster, mit denen Lernende und Lehrende gemeinsam arbeiten. Mit ihnen wird ein Entwicklungshorizont abgesteckt, in dem in differenzierter Weise der Weg beschrieben wird, und zwar von einfachen Grundkenntnissen bis hin zu komplexen Fähigkeitsstufen.
Mit Kompetenzrastern werden Inhalte und Qualitätsmerkmale verschiedener Lern- oder Arbeitsbereiche in Form von 'Ich kann ...'-Statements definiert (z.B. 'Ich kann die Bedeutung von physikalischen Begriffen als Kommunikationsgrundlage erläutern ...'). Die Beschreibungen ermöglichen es Lernenden, sich zu orientieren und ihre Arbeiten mit den formulierten Kompetenzen in Beziehung zu bringen.“ (Quelle)
In einer Achse des Rasters sind Fähigkeiten/Schlüsselqualifikationen aufgeführt, die den fachspezifischen Lern- und Arbeitsbereich bestimmen. Zu diesen Kriterien werden in anderen Achse Niveaustufen definiert. Die individuelle Zelle in der Matrix ist dann die Kompetenz, die (u.a.) mit 'Ich kann ...' näher beschrieben wird.
Konsequent umgesetzt, kann man für ein Wissensgebiet (z.B. ein Schulfach) den kumulativen Kompetenzerwerb über sog. Kompetenzraster definieren, bis hin zu den Anforderungen für Abschlüsse wie Mittlere Reife und Abitur.
Warum sind Kompetenzraster von Bedeutung?
Kompetenzraster fördern das kompetenzorientierte Lernen, indem sie den jeweiligen Lernstand verdeutlichen und zur Festlegung von Zielen herausfordern.
Kompetenzraster sind ein wirksames Mittel zur Umsetzung und Operationalisierung der verabschiedeten KMK-Bildungsstandards.
Somit diesen sie auch dem selbsgesteuerten Lernen. Im Dialog zwischen Lehrer und Schüler kann sich der bestmögliche Lernweg erschließen: Diagnose -> Ziele -> Lernen -> Überprüfung -> Dokumentation -> Was ist mein nächstes Ziel?
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